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Weiter rasantes Wachstum bei Wohnimmobilienpreisen in Deutschland

Bundesweit hält der Anstieg bei den Wohnimmobilienpreisen weiter an. 2020 haben sich vor allem Neubauimmobilien noch einmal spürbar verteuert. So legten die Preise für Neubauimmobilien teilweise um mehr als 20 Prozent zu. Neben den hohen Preisen für Grundstücke sind vor allem die erheblichen Baukosten für die Preisentwicklung verantwortlich. Mit der Preissteigerung von 21 Prozent setzt sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fort.

Die rasanten Preiszuwächse bei Neubauwohnungen in Deutschland sind nicht neu. Vor allem in Großstädten der Bundesrepublik legen die Immobilienpreise seit Jahren zu. Die Corona-Pandemie ging aber auch am Immobilienmarkt der Bundesrepublik nicht spurlos vorbei und sorgte für ein Krisenjahr. Unberührt davon zeigten sich nach den Ergebnissen einer aktuellen immowelt-Analyse die Wohnimmobilienpreise. Für die Analyse wurden die Immobilienpreise in insgesamt 14 Städten auf Bundesebene untersucht. Die Studienautoren konzentrierten sich auf Städte mit über 500.000 Einwohnern.

Bezahlbarer Wohnraum in deutschen Großstädten immer seltener

Die aktuellen Zahlen zeigen vor allem eins: In deutschen Großstädten wird bezahlbarer Wohnraum zum seltenen Gut. Gerade für Familien sind die Preise vielerorts nicht mehr finanzierbar. Dabei hat 2020 auch der Spitzenreiter München noch einmal zulegen können. Seit Jahren gilt München mit Blick auf die Wohnimmobilienpreise als teuerste Stadt der Bundesrepublik. Dieser Status wurde 2020 durch die Preisentwicklung noch einmal unterstrichen.

So stiegen die Wohnimmobilienpreise 2020 in München nochmals um gut 10 Prozent. Nach dem erneuten Preiszuwachs belief sich der durchschnittliche Quadratmeterpreis auf durchschnittlich 9.970 Euro. Damit ergibt sich für eine 3-Zimmer-Wohnung mit einer Wohnfläche von 80 Quadratmetern ein durchschnittlicher Preis von beinahe 800.000 Euro. Zwar ist München damit deutschlandweit Spitzenreiter, doch auch in anderen deutschen Großstädten müssen Immobilienkäufer tief in die Tasche greifen.

Wohnimmobilienpreise legen in Hamburg um 7 Prozent zu

Dem Trend von München folgte auch Hamburg. Mit sieben Prozent stiegen die Preise für Wohnimmobilien in Hamburg zwar nicht so stark wie in München, trotzdem lanciert der Quadratmeterpreis mit aktuell 5.860 Euro im Schnitt auf einem hohen Niveau.

Noch deutlicher fiel der Zuwachs sowohl in Berlin als auch in Köln aus. In Berlin mussten Immobilienkäufer bei neuen Wohnimmobilien einen Preiszuwachs von acht Prozent hinnehmen, in Köln waren es sogar neun Prozent. Während die Preissteigerung in München reichte, um die Preismarke von 5000 Euro zu knacken, blieben die Preise in Köln leicht unter dieser Grenze.

Freie Grundstücke sind Mangelware

Für den erneuten Preiszuwachs 2020 sind vor allem die Preisentwicklungen bei den Grundstücken auf Bundesebene verantwortlich. In vielen deutschen Städten sind freie Baugrundstücke ein seltenes Gut. Das übersichtliche Angebot sorgt dafür, dass die Grundstückspreise entsprechend hoch sind.

Sie sind aber nur ein Grund für die Preisentwicklung. Ein weiterer sind die Baukosten, die 2020 erneut gestiegen sind. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, legten die Baukosten 2020 im Vergleich zu 2019 spürbar zu. Die von der Bundesregierung beschlossene Mehrwertsteuersenkung konnte der Preisentwicklung kaum etwas entgegensetzen. Den Berechnungen zufolge belief sich der Preiszuwachs bei den Baukosten auf 1,6 Prozent.

Neubauwohnungen verteuerten sich in Stuttgart deutlich

Welchen Einfluss das Angebot an Baugrundstücken auf die allgemeine Preisentwicklung bei Neubauwohnungen hat, lässt sich insbesondere am Beispiel von Stuttgart verdeutlichen. In Stuttgart legten die Preise für Immobilien noch drastischer zu als in Hamburg und Berlin. Grund sind die Rahmenbedingungen, die es für das Angebot an Baugrundstücken in der Stadt gibt.

Das Angebot an Baugrundstücken ist in Stuttgart stark begrenzt. Grund dafür ist vor allem die Kessellage. Während Berlin und Hamburg noch deutlich in der Fläche zulegen können, ist dies in Stuttgart aufgrund der Lage nicht möglich. Die auf hohem Niveau verweilende Nachfrage nach freien Grundstücken sorgt dafür, dass 2020 die Preise um etwa 21 Prozent gestiegen sind.

Damit nimmt Stuttgart in der aktuellen Untersuchung die klare Spitzenposition ein. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum müssen Interessenten für einen Quadratmeter mittlerweile mehr als 1000 Euro mehr bezahlen. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt in Stuttgart mittlerweile bei rund 6.700 Euro.

Vor allem für Familien ist die Preisentwicklung in Stuttgart bitter. So müssen sie für eine ausreichend große Wohnung mittlerweile über 500.000 Euro einplanen.

Dortmund trotz Preisanstieg deutlich günstiger

Während München und Stuttgart bei Neubauwohnungen bundesweit als teures Pflaster gelten, zeigt sich in der Westfalenmetropole Dortmund ein anderes Bild. Zwar haben auch in Dortmund die Preise für Neubauwohnungen 2020 deutlich zugelegt und verzeichneten ein Plus von elf Prozent.

Trotz des signifikanten Anstiegs ist der Quadratmeterpreis hier aber mit durchschnittlich 3.210 Euro deutlich günstiger. Damit ist Dortmund aktuell die Großstadt in Deutschland, die das geringste Preisniveau aufweist.

Ähnlich sieht die Preisentwicklung im benachbarten Essen aus. Zwar liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis mit 3.450 Euro ein wenig höher, doch immer noch deutlich unter dem Niveau von Berlin, München und Hamburg. Aber auch Essen konnte 2020 bei den Neubauwohnungen stark zulegen und verbuchte einen Preiszuwachs von 15 Prozent.

Der deutlich geringere Quadratmeterpreis ist den Analyseergebnissen zufolge vorrangig auf die günstigeren Grundstückspreise zurückzuführen. Während es bei den Grundstückspreisen deutschlandweit große Unterschiede gibt, bleiben diese bei den Baukosten weitgehend aus. Sie bewegen sich auf Bundesebene auf einem ähnlichen Niveau.

Preise in Ostdeutschland mit deutlicher Tendenz nach oben

Neben dem Ruhrgebiet gelten Neubauwohnungen insbesondere in Ostdeutschland als vergleichsweise günstig. Die Immobilienpreise bleiben hier deutlich hinter Regionen wie Berlin, Hamburg und München zurück. Während in Leipzig der Quadratmeterpreis bei 3450 Euro liegt, belaufen sich die Kosten für Neubauwohnungen in Dresden auf durchschnittlich 3.750 Euro.

Doch auch Ostdeutschland bleibt von der Preisentwicklung nicht unberührt. Ganz im Gegenteil. Auch hier legen die Preise aber deutlich zu. In Leipzig haben 2020 beispielsweise die Preise für Neubauwohnungen um 17 Prozent zulegen können. In Dresden ergab sich im vergangenen Jahr ein Preisplus von 12 Prozent. Angetrieben wird die Preisentwicklung insbesondere durch die steigende Nachfrage.

Neben Neubauwohnungen verteuern sich bundesweit ebenso die Bestandsimmobilien. Zwar gibt es hier auf Bundesebene einen klaren Trend, aber auch erhebliche Unterschiede. In Frankfurt am Main haben sich Bestandsimmobilien um insgesamt 21 Prozent verteuert. Damit beläuft sich der durchschnittliche Quadratmeterpreis mittlerweile auf 5.320 Euro. Noch einmal deutlich teurer sind Bestandsimmobilien in München mit durchschnittlichen Quadratmeterpreisen von 7.620 Euro. Neue Höchstwerte gab es ebenso in Hamburg mit 4.620 Euro und Berlin mit 3.680 Euro.

Text: Diginauten GmbH / ERA Deutschland GmbH
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