Wenn der Gasmann kommt

21-04-2015
Heutzutage sind Menschen privat wie geschäftlich viel unterwegs. Einen Termin mit einem Dienstleister zu vereinbaren, stellt gelegentlich eine Herausforderung dar, denn einmal passt es dem Dienstleister nicht, einmal dem Immobilienbesitzer nicht. Wer muss aber den Terminvorschlag überhaupt machen?
Fakt: Der Betreiber eines örtlichen Gasnetzes wollt einen Zähler austauschen. Dafür hat er den Besitzer angeschrieben und ihn gebeten, einen Termin zu nennen. Der Besitzer reagierte nicht, weswegen ein vom Unternehmen beauftragter Anwalt schriftlich den baldigen Austausch des Zählers anmahnte. Nach dem Einbau des neuen Zählers wurde die Rechnung beglichen seitens Besitzer, allerdings nicht der Betrag mit den Anwaltskosten in Höhe von 170 Euro. Die Richter urteilten hier (AG Dieburg AZ 20 C 1185/13), dass der Besitzer diese definitiv nicht zahlen muss, denn kein Nutzer dürfe dazu gezwungen werden, einem Unternehmen einen Terminvorschlag zu machen. Im Gegenteil: das Unternehmen, das etwas möchte, muss den ersten Vorschlag machen. Erst dann kann man sich ggfs. über einen Alternativtermin unterhalten. 
Stellt sich die Frage, warum das Unternehmen überhaupt direkt einen Anwalt beauftragt hat, statt selbst zu Hörer zu greifen oder einen Termin schriftlich anzukündigen ... 

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